fliegender Wechsel

Wer hat sie vermisst?

Vielleicht gar niemand, sie war immer da, im Geiste ist sie dem – wenn auch etwas abgedorrten Wählerstamm – treu geblieben und hat zeckengleich geduldig auf ihr politisches Comeback gewartet. Wenn auch nicht in statischer Verharrung, sie hatte so viiiiel anderweitig  zu tun, will sie alle genau wissen lassen. Atemberaubend zeitgleich mit dem Abgang ihres Konkurrenten (diesen eher schon antizipierend) erscheint sie auf der Bildfläche, vollblütig und gewohnt kämpferisch will sie sich fortan sozialen Themen widmen, jene der Frauen vorsorglich ausklammernd.

Und der Kontrahent stellt ein frappantes Lehrbuchbeispiel  für politische Kurzlebigkeit, zumindest auf der Landesbühne. Genauer gesehen trug seine landespolitische Laufbahn den Keim des Unterganges von Anfang an in sich. Die tragische Figur war in der Öffentlichkeit, weiß woher auch immer, mit allen hässlichen Berufseigenschaften eines Durchschnittspolitikers bestückt, nur erfuhren sie in ihm eine abnorme Übersteigerung, so dass viele der läßlichen Sünden in ihm  zu Todsünden mutierten. Was muss der Mann alles verbrochen haben, was hat man da so alles gehört und gelesen: er hat den ganzen Bezirk in der Vorwahlzeit zu Saufgelagen gedrängt, machte überall und bei jeder Gelegenheit sein breites Lächeln breit und breiter, hat dem Brenner das Outlet – Center verpasst, ist ein umtriebiger Unternehmer und steht deswegen schon unter Generalverdacht… ein schier endloses Sündenregister.

Ein winziger Hoffnungsschimmer leuchtet noch matt am europäisch – gerichtlichen Horizont. Die Partie ist aber längst und noch länger verloren, das weiß selbstverständlich auch sein Staranwalt, auch wenn er noch im Fallenlassen professionell lässig mit dieser Option spielt.

Er ist es,  der dem Bock das letzte Geleit in die politische Wüste gibt.

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3 Kommentare

  1. Endymion am 16.07.2010 um 15:25 (Antworten)

    Wie wahr, wie wahr…

  2. Elisabeth am 16.07.2010 um 19:14 (Antworten)

    Oute mich hiermit als dem abgedörrten Wählerstamm zugehörig. Frau Unterberger steht Frauenthemen sicherlich näher, als alle ihre männlichen Kollegen in der werten Landesregierung zusammen!

    1. robert am 17.07.2010 um 01:35 (Antworten)

      Da haben Sie sicher nicht Unrecht. Nur: sie selbst hat sich von allem Frauenrechtlichen distanziert.

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